15
Februar
2026
|
15:57
Europe/Amsterdam

Vom Verbrennungsmotor zum DC-Antrieb: Wie Gleichstrom die Landwirtschaft elektrifiziert

Agricultural Trends

Landwirte stehen bei der Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung vor enormen Herausforderungen und sind dabei besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Gleichzeitig verursachen landwirtschaftliche Prozesse wie Pflanzenbau und Tierhaltung ihrerseits rund 11 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen.1 Laut McKinsey müsste der Sektor “seine Emissionen bis 2050 von derzeit 14,4 Gigatonnen CO₂-Äquivalent auf 3,1 Gigatonnen senken, um den 1,5-Grad-Zielpfad einzuhalten – eine Reduktion von fast 80 Prozent”2. Elektrifizierung und Smart-Farming-Technologien bieten konkrete Ansätze, um den ökologischen Fußabdruck der Landwirtschaft zu verringern sowie Energiekosten zu senken und gleichzeitig die Produktivität zu erhalten. 

Die Erreichung dieses Ziels in der Landwirtschaft setzt jedoch Veränderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette voraus, etwa die Reduktion von Lebensmittelverlusten und -verschwendung sowie die Förderung veränderter Ernährungsweisen. Wenn es jedoch um Maßnahmen geht, die die Dekarbonisierung direkt auf Betriebsebene unterstützen, gehört die Elektrifizierung landwirtschaftlicher Maschinen mit erneuerbaren Energien zu den wichtigsten Hebeln und rangiert laut dem McKinsey-Bericht „The agricultural transition: Building a sustainable future“ auf Platz drei der 28 identifizierten Maßnahmen. Elektrische Traktoren oder solarbetriebene Bewässerungssysteme sind somit wesentliche Elemente auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft. Gleichzeitig erfordern sie hochentwickelte elektromechanische Komponenten, die unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen im Feld zuverlässig arbeiten. 

Landtechnik unter Strom: Potenziale und Hürden der Elektrifizierung 

Auch wenn die Elektrifizierung von Landmaschinen noch in den Kinderschuhen steckt, kommen elektrische Hoflader, Weinbergtraktoren und landwirtschaftliche Traktoren bereits erfolgreich dort zum Einsatz, wo niedrige Lärmemissionen oder ein emissionsfreier Betrieb gefordert sind. Gleichzeitig schreitet die Elektrifizierung schwererer Traktoren und Nutzfahrzeuge kontinuierlich voran. In vielen Ländern wurden strengere CO₂- und NOₓ-Grenzwerte für mobile Maschinen ohne Straßenzulassung eingeführt, während Fortschritte bei der Energiedichte von Batterien, bei Hochvolt-Gleichstromanwendungen und in der Leistungselektronik den Einsatz elektrischer Antriebslösungen zunehmend wirtschaftlich machen. 

Trotz der derzeit noch höheren Anschaffungskosten batterieelektrischer Landmaschinen bieten diese im Betrieb deutliche Vorteile. Ihre elektrischen Antriebsstränge bestehen aus weniger beweglichen Teilen, wodurch der Wartungsaufwand im Vergleich zu dieselbetriebenen Maschinen sinkt - insbesondere bei Ölservice, Filtern und der Abgasnachbehandlung. Darüber hinaus liefern elektrische Antriebe ein sofort verfügbares Drehmoment, verursachen weniger Lärm und Vibrationen und lassen sich einfach mit autonomen Systemen und Robotiklösungen kombinieren, was sie für Anwendungen in der Smart- und Präzisionslandwirtschaft prädestiniert. 

Hinzu kommt, dass elektrische Traktoren einen höheren Gesamtwirkungsgrad aufweisen als dieselbetriebene Maschinen, deren Verbrennungsmotoren im Leerlauf oder bei nicht optimaler Drehzahl besonders ineffizient sind. Wird der elektrische Traktor mit Strom aus Wind- oder Solaranlagen betrieben, fällt dieser Vorteil noch stärker ins Gewicht. Die Well-to-Wheels-Effizienz eines Dieseltraktors liegt lediglich bei 25 bis 37 Prozent, wohingegen elektrische Traktoren bei Versorgung aus Wind- und Solarkraftwerken 39 bis 67 Prozent und bei Nutzung von hofeigenen PV-Anlagen ohne Umwandlungsverluste sogar 42 bis 72 Prozent erreichen. Gade et al. weisen darauf hin, dass „der (Diesel-)Motor 75 Prozent seiner Energie verschwendet und dabei Lärm erzeugt, während [ein Elektromotor] nahezu verlustfrei arbeitet und beim Bremsen Energie zurückgewinnen kann.“3 Allerdings benötigen elektrische Traktoren größere Batterien, um eine angemessene Reichweite zu erzielen, und sind nach wie vor mit höheren Anschaffungskosten verbunden. 

Leistungsstarke elektromechanische Lösungen für die Landwirtschaft 

Was elektrische Fahrzeuge, Maschinen und Ladesysteme in landwirtschaftlichen Einsatzumgebungen von der straßengebundenen E-Mobilität unterscheidet, sind die extremen Bedingungen, denen die eingesetzten Komponenten standhalten müssen. Staub, Vibrationen, Spannungsspitzen, wechselnde Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit stellen besondere Anforderungen an die Technik. Elektrifizierte Maschinen benötigen daher robuste, langlebige Schalt- und Verbindungslösungen sowie ein wirksames Management von Einschaltströmen und eine zuverlässige Lichtbogenlöschung in Gleichstromsystemen. Hochwertige Schütze und Steckverbinder tragen dazu bei, ungeplante Stillstandszeiten zu vermeiden und gewährleisten die Betriebssicherheit in Hochvoltanwendungen. Während Eddicy-Schütze von Schaltbau den Laststrom schalten und sicher trennen, sorgen die robusten Eddicy-Steckverbinder für dauerhaft sichere Verbindungen – selbst bei starker Belastung durch Staub, Feuchtigkeit, Vibrationen und extreme Temperaturen. 

In batterieelektrischen Traktoren sind Steckverbinder die entscheidende Schnittstelle, um das Hochvolt-Batteriesystem sicher mit Invertern, Motoren und weiteren elektrischen Verbrauchern zu verbinden. Indem sie über tausende Steckzyklen hinweg einen stabilen, niederohmigen Kontakt gewährleisten, ermöglichen sie modulare Systemarchitekturen, hohe Zuverlässigkeit und maximale Verfügbarkeit der Maschine. Beim Laden elektrischer Landmaschinen kommt dem Steckverbinder ebenfalls eine Schlüsselrolle zu, da er die Verbindung zwischen Fahrzeug und Ladeinfrastruktur herstellt. Der Ladesteckverbinder stellt eine sichere mechanische Kopplung und einen exakten elektrischen Kontakt her, sodass hohe Ladeströme gleichmäßig, ohne Überhitzung und ohne vermeidbare Energieverluste fließen können. Darüber hinaus integriert er Sicherheitsfunktionen wie Verriegelungs- und Kommunikationskontakte, die sicherstellen, dass der Ladevorgang erst startet, wenn der Steckverbinder vollständig eingerastet ist und sowohl Ladegerät als auch Fahrzeug die Systembereitschaft bestätigt haben. 

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Bereit für die Elektrifizierung der Landwirtschaft: Eddicys HV-Steckverbinder 

Eddicy-Steckverbinder der Baureihe HV von Schaltbau sorgen für eine sichere und zuverlässige Energieübertragung mit Spannungen bis zu 1.800 VDC und Strömen bis zu 470 A und sind damit für die hohen Ströme in elektrischen Traktoren und großen Akkus ausgelegt. Der geringe Kontaktwiderstand minimiert die Wärmeentwicklung bei langen Einsätzen oder Ladevorgängen. Die Steckverbinder sind IP69K-zertifiziert und für eine hohe Anzahl von Steckzyklen ausgelegt. Durch ihre robuste, modulare Bauweise sowie dem Schutz gegen unbeabsichtigtes Berühren sind sie ideal für Maschinen geeignet, die Gülle, Schlamm, Staub, Düngemitteln, Feuchtigkeit oder Hochdruckreinigung ausgesetzt sind. 

Dank des Einhand-Verriegelungssystems lassen sich die Steckverbinder auch mit Handschuhen oder unter schmutzigen Einsatzbedingungen sicher verbinden. Ein optional integriertes Schaltelement im Buchsengehäuse zeigt an, ob der Steckverbinder ordnungsgemäß verbunden ist. Die modulare Kombination von Leistungs- und Signalkontakten ermöglicht eine flexible Auslegung sowohl auf Fahrzeug- als auch auf Ladegeräteseite, etwa für Verbindungen zwischen Batterie und Inverter, Batterie und DC-Bus, für Onboard-Ladeanschlüsse oder für externe Ladesysteme. 

Die Eddicy-HV-Steckverbinder vereinen hohe Stromtragfähigkeit, eine IP69K-konforme Abdichtung gegen Umwelteinflüsse, vibrationsbeständige Mechanik sowie integrierte Sicherheitsfunktionen einschließlich einer Rückmeldung über den korrekten Steckzustand. Damit sind sie sowohl für den Einsatz in elektrifizierten Traktorantriebssträngen als auch für leistungsstarke Ladeschnittstellen geeignet, bei denen ein zuverlässiger Betrieb unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen und die sichere Handhabung durch Anwender im Fokus stehen. 

Mit der zunehmenden Elektrifizierung landwirtschaftlicher Anwendungen, der Einführung neuer Ladeinfrastrukturen und der Einbindung erneuerbarer Energien, etwa durch solarbasierte Ladelösungen, wachsen die Anforderungen an sicheres DC-Schalten und zuverlässige elektrische Verbindungen für das betriebsweite Energiemanagement. 

Bei konsequenter Umsetzung des 1,5-Grad-Ziels in der Landwirtschaft könnten landwirtschaftliche Betriebe langfristig zu lokalen Energieökosystemen werden, in denen erneuerbare Energieerzeugung, Speicherlösungen und elektrische Geräte eng miteinander verknüpft sind.

Erfahren Sie hier mehr über unsere Lösungen für die Landwirtschaft und wie wir Sie bei Ihren Elektrifizierungszielen unterstützen können.


Referenzen

  1. Statista, Agriculture emissions worldwide - statistics & facts, 7. Juli 2025.
  2. McKinsey, The agricultural transition: Building a sustainable future, 1. Juni 2023, S. 12.
  3. Ebenda., S. 3.
  4. Ebenda., S. 24.
  5. Gade, C.R. et al., Towards sustainable farming: A state of art review on electrification of a farm tractor, in: Results in Engineering, Volume 25, März 2025, S. 3.